Beifuß, ein vielseitiges Kraut aus der Familie der Korbblütler, gedeiht in verschiedenen Regionen der Welt. Bekannt für seine Verwendung in der Küche und seine heilenden Eigenschaften, hat es auch in der traditionellen Medizin einen festen Platz. In diesem Beitrag erkunden wir die Eigenschaften, Anbauanforderungen und verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten des Beifußes, während wir auf seine historische und kulturelle Bedeutung eingehen. Begleiten Sie uns auf dieser spannenden Entdeckungsreise!
Der Beifuß gehört zu den Korbblütlern. Man findet ihn in ganz Europa, Asien und auch in Nordafrika. Er wurde durch Menschenhand stark auf der Welt verbreitet. Die bekanntesten Vertreter dieser Gattung sind Wermut (Artemisia absinthium), Eberraute (Artemisia abrotanum), Estragon (Artemisia dracunculus) und Gewöhnlicher Beifuß (Artemisia vulgaris).
Der Beifuß mag nährstoffreichen Boden, wächst aber auch auf kargem Boden, wie Wegesränder, Schotterplätzen oder Kiesgruben. Wie ihr seht, hat der Beifuß eher wenig Ansprüche. Sonnig und in einen durchlässigen Boden solltet Ihr Beifuß pflanzen, ohne Staunässe. Ähnlich wie beim Alant oder dem Beinwell wird der Beifuß von Jahr zu Jahr üppiger und benötigt Platz, dass er sich gänzlich entfalten kann. Er mag es gerne, wenn Ihr ihn durch Teilen der Wurzeln immer wieder verjüngt. So könnt Ihr ihn auch mit Nachbarn oder Freunden teilen.
Gießen braucht Ihr nur bei einer langanhaltenden Trockenperiode und natürlich bei der Pflanzung. Generell achte ich bei frisch gesetzten Pflanzen vermehrt auf das Gießen, so vermeide ich es, dass sie vertrocknen, oder gar nicht gut anwachsen. Wenn Ihr ihn, wie z.B. den Estragon im Topf pflanzen wollt, solltet Ihr den Topf eher größer wählen.
Die krautigen Pflanzen können von 60 cm bis zu 2,5 Meter hoch werden. Die Blätter sind sehr groß und eher grob. Sie werden bis zu 10 cm lang und 4 cm breit, ihre Blattunterseite ist weißlich, leicht pelzig.
Der Beifuß blüht zwischen Juli und September in einem eher dezenten gelb, weiß bis braun/rotem Farbton. Im Vergleich zum Beinwell sehen die Blüten eher unspektakulär aus. Der Beifuß ist unter anderem bei dem Langrüssler, Wermut-Zahnrüssler und dem Beifuß-Mönch (einem Nachtfalter) sehr beliebt. Die enthaltenen ätherischen Öle sollen außerdem Blattläuse vertreiben.
Wir schneiden alle Sträucher und Blumen meist erst im Frühjahr zurück, so könnt ihr es auch mit dem Beifuß machen. Dies hat einen doppelten Nutzen, die Pflanzen haben so einen natürlichen Kälteschutz durch ihre Blätter, sowie Insekten und kleinste Tiere haben einen Schutz im Winter. Die Blätter gebe ich im Frühjahr auf den Kompost oder nehme sie gleich vor Ort zum Mulchen. Im Topf solltet ihr die Pflanzen abdecken oder weitestgehend frostfrei überwintern. Der Beifuß gehört wie der Holunder, auch zu den magischen Pflanzen. Bei den Kelten schon sollte Beifuß die Fruchtbarkeit fördern, sowie Gifte und Unheil abwehren.
Beifuß wurde lange zum Brauen und Würzen von Grutbier benutzt. Grutbiere sind wohl die ersten Biere. Sie wurden im Mittelalter aus Kräutermischungen, ganz ohne Hopfen gebraut. Später wurden sie dann von dem heute wohl bekanntesten Hopfenbier abgelöst.
Heilende Wirkung des Beifußes
Dem Gemeinen Beifuß werden zahlreiche Wirkungen zugeschrieben. Es wurde schon bei den Griechen bei Menstruationsbeschwerden, Schlafstörungen, Verdauungsproblemen, Übelkeit bis hin zu Geburtshilfe verwendet. Die Bitterstoffe regulieren und unterstützen die Verdauung und wirken stark auf den menschlichen Organismus. Der Beifuß zählt jedoch zu den schwach giftigen Pflanzen und sollte deshalb nicht übermäßig und nicht länger wie 5-7 Tage verzehrt werden.
In der chinesischen Medizin wird er unter anderem in der Moxa-Therapie eingesetzt. Hierbei werden spezielle Punkte des Körpers mit Hilfe von Kräuterbüscheln erwärmt. Oftmals ist sie bekannt bei Schwangeren, deren Kinder sich im Bauch drehen sollten. Meine jüngste Tochter ließ sich davon aber ehrlich gesagt eher wenig beeindrucken. 😊
Vorsicht!
Der Beifuß lässt sich mit dem giftigen Blauen Eisenhut verwechseln. Dieser hat allerdings keine pelzige, weißliche Blattunterseite. Bei starkem Heuschnupfen solltet ihr ihn nicht unbedingt in euren Garten pflanzen.
Beifuß in der Küche
Mit Estragon, dem bekanntesten Beifuß-Vertreter, lassen sich wunderbar Fischgerichte würzen. Legt man ihn als Gewürz in Fisch, erinnert der Geschmack ein wenig an Fenchel und ist gleichzeitig leicht süßlich, würzig. Wie ich finde, sogar etwas an Fenchel. Estragon regt die Fettverdauung an. Er eignet sich auch zum Würzen von Ente, Schwein, Geflügel oder Käse. Die meisten anderen Küchenkräuter verlieren ihr Aroma bei langem Kochen. Der gemeine Beifuß hingegen ist anders, er entfaltet sein Aroma erst bei längerem ziehen vollends. So solltet ihr ihn schon zu beginn mit in euer Kochgut legen. Zu heiß gebraten kann ihn allerdings sehr bitter schmecken lassen. Ich persönlich bin kein Geschmacksfan von Beifuß in der Küche und nutze ihn deshalb nur sparsam.
Räuchern mit Gemeinem Beifuß
Beifuß wurde früher traditionell zu der Sommersonnenwende geräuchert. Es sorgt für eine energetische Reinigung. Hilft Altes loslassen und fördert die eigne Heilende Kraft zu aktivieren. Es soll ermutigend wirken und uns positiv für neue Perspektiven stimmen.
Beifuß im Fußbad
Ein warmes Fußbad mit Beifuß hilft bei „schweren“ und unterkühlten Beinen im Winter. Mit einem kalten Beifuß Fußbad könnt ihr geschwollenen, müden Füßen etwas Gutes tun. Ein wohlwollendes Fußbad macht ihr mit 1 Handvoll getrocknetem Beifuß und 3 Liter heißes Wasser. Den Sud lasst ihr erstmals 5 Minuten ziehen, bevor ihr eure Füße darin badet.
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